14.02.2012
YADOS – Fantasiename, aber innovative Realität
Der leicht auszusprechende und trotzdem wirkungsvolle und einprägsame Namen für dieses Unternehmen mit dem Zukunftsgedanken „Energie“ gab Anreiz für die Mitglieder der Seniorenakademie Hoyerswerda e. V. zu einer Betriebsbesichtigung. Herr Besser und Herr Balze gaben mit einer Power-Point-Präsentation interessante Erläuterungen und bei einem Rundgang durch das Werk einen Einblick in den Produktionsablauf.
Unter dem Motto „Intelligente Produkte für effiziente Energieanwendungen“ gründeten 5 kluge Köpfe im August 2009 dieses Unternehmen auf dem Gelände des ehemaligen Kraftverkehrs Hoyerswerda, heute Verkehrsbetriebe. Am 02.09.2009 begann dann mit 40 Mitarbeitern die Produktion von Fern- und Nahwärmesystemen. Schon in diesem Jahr wurde ein Umsatz von ca. 2,9 Mio. € erreicht, der kontinuierlich im Jahr 2010 mit 65 Mitarbeitern auf ca. 10 Mio. € und 2011 mit 90 Mitarbeitern auf 19,2 Mio. € stieg. Zum 01. Februar 2012 entstand der 100. Arbeitsplatz mit einer Mitarbeiterin. Niederlassungen für den Vertrieb gibt es deutschlandweit, aber auch in Tallinn. Der Absatz erfolgt europaweit viel über den Großhandel, aber auch zu Endverbrauchern wie Vattenfall, Stadtwerke München, E.ON Bayern und vielen anderen. Ein schönes Aushängeschild bieten die 17 Ausländerfahnen der Exportländer wie zum Beispiel Österreich, Schweiz, Italien oder Großbritannien. Zum Sortiment gehört z. B. das Giro-Nahwärmesystem, ausreichend für ein Einfamilienhaus, Produktionskapazität ca. 2000 – 3000 Stück im Jahr. Überwiegend werden aber Fernwärmesysteme gefertigt wie Blockheizkraftwerke oder Biogasanlagen. Um ökonomische Anreize beim Verbraucher zu erzielen, werden auch mehrere Arten der Energieerzeugung kombiniert. Etwa 40 % des Personals sind mit der Entwicklung, Projektierung/Konstruktion und dem Vertrieb sowie der Verwaltung beschäftigt, die überwiegenden 60 % stellen die Produkte her. Das ganze erfolgt in Frühschicht, eine 2. Schicht wird aufgebaut. Für den Produktionsbereich stehen derzeit 6000 m2 zur Verfügung sowie 600 m2 Bürofläche. Für Auftragsspitzen ist das jedoch noch nicht ausreichend, das Unternehmen wird ja auch immer bekannter und die Nachfrage steigt. So hat sich die Firma zu einer Vergrößerung entschlossen. Da die Möglichkeiten auf dem jetzigen Territorium erschöpft sind, ist man fündig geworden und hat ein Grundstück von 25000 m2 im Gewerbegebiet Nardt gekauft. Hier sollen Fertigungshallen von etwa 8800 m2, Verwaltungsflächen von 1400 m2 entstehen. Der ziemlich nahtlose Umzug erfolgt noch dieses Jahr. Wie man den Zahlen entnehmen kann, bleibt noch genug Platz für eventuell weitere Expansionen. Es wird in Erwägung gezogen, auf das jetzige Gelände Material-Zulieferbetriebe anzusiedeln, um lange Transportwege, damit Zeit und Kosten zu sparen. Gespräche sind im Gange und könnten bei Verwirklichung zur Schaffung von vielleicht 60 Arbeitsplätzen führen.
Bei Spaziergängen werden wir uns vom Entstehen des neuen Produktionsumfeldes überzeugen können. Von einer Tatsache sind wir aber überzeugt nach Hause gegangen: YADOS trägt als sicheres Standbein dazu bei, Hoyerswerda zu einer „Energiestadt“ zu entwickeln.
31.01.2012
Wasser kennt keine Grenzen
Dazu im Zusammenhang mit bestehenden und geplanten Wasserbauwerken in der Lausitz referierte Herr Hans-Jürgen Kaiser von der LMBV vor Mitgliedern und Gästen der Seniorenakademie Hoyerswerda e. V. am 31.01.2012 in der Volkshochschule:
So war es im Jahre 2000 an der Zeit und das Land Brandenburg und der Freistaat Sachsen beschlossen, die schöne Lausitz mit dem Ausbau und der Gestaltung eines Seenlandes zu einem landschaftlich schönen und kulturellen Besuchermagneten zu entwickeln.
Da in dieser Gegend bis in die 90er Jahre der Braunkohletagebau die Nummer 1 war und eine Grube nach der anderen stillgelegt wurde, bot sich die Flutung dieser Tagebaurestlöcher an. Das ist natürlich ein langwieriger Prozess. Eine Ausnahme bildet der Scheibe-See. Dieser hat sich durch Grundwasseranstieg allein bis auf
111 m Pegelstand gefüllt und das ist gut so. Denn ursprünglich wollte man 114 m erreichen, aber da wäre Hoywoy wohl „abgesoffen“. Übrigens ist die Wasserqualität des Scheibe-Sees recht gut. Durch den Einsatz von Kalk und in Zukunft CO2 von Zeit zu Zeit wird diese auch erhalten bleiben.
Um diese neuen Seen attraktiv und nicht nur zum Baden zu nutzen, wurden Überleiter (Kanäle) zwischen den Seen geschaffen bzw. sind in der Realisierung oder noch in der Vorplanung. Alles auf einmal geht eben nicht. Das um diese Seen befindliche Kippengelände oder eben der Untergrund der Überleiter müssen aus Sicherheitsgründen z. B. durch Rüttelverdichtung bis 65 m Tiefe befestigt werden, um irgendwelchen Rutschungen vorzubeugen. Die Verbindung der Seen bietet nicht nur kleinen Booten die Möglichkeit, von einem zum anderen zu schippern, sondern die Überleiter sind so angelegt, dass sogar mittlere Fahrgastschiffe von bis 29 m Länge, 3,30 m Höhe und 5,30 m Breite sie passieren können.
Wer hat eigentlich gewusst, dass der Senftenberger See (ebenfalls ehem. Tagebau), der ja schon zu DDR-Zeiten ein touristischer Anziehungspunkt war, in diese Vernetzung gar nicht mit eingebunden werden sollte? Dazu entschloss man sich nämlich erst im Jahre 2006, reichte 2008 das Genehmigungsverfahren ein und begann mit dem Bau des Überleiters zum Geierswalder See 2009. Wenn man bedenkt, dass zwischen Hoyerswerda und Senftenberg ein Höhenunterschied von
ca. 10 m besteht, ist es einleuchtend, dass auch eine Verbindung zwischen den einzelnen Seen nicht nur durch die Schaffung von Überleitern möglich ist. Dazu ist
z. B. zwischen dem Senftenberger und dem Geierswalder See eine Schleuse nötig. Da dieser Überleiter die Schwarze Elster durchquert, musste ein Tunnel unter den Fluss hindurch gebaut werden. Die Schwarze Elster ist ein Gewässer erster Ordnung, also liegt in Landeshand. Ein Überleiter zählt zu den Gewässern zweiter Ordnung und unterliegt damit der Verantwortung der jeweiligen Kommune.
Solche Wasserbauwerke sind alles „Millionenprojekte“. Wie schön wird es sein, wenn wir eines Tages z. B. sagen können: „Wir fahren zum Großräschener Hafen.“ Die sportliche Nutzung wird sich ebenfalls erweitern und erfolgt ja auch schon durch Wettkämpfe u. a. im Segeln. Gerade auch auf diesem Gebiet kann unser Territorium international bekannt werden und die Wirtschaft profitieren.
Dass solche Flutungen und Grundwasserveränderungen auch unerwartet Rutschungen an Dämmen, die nicht alle wirklich mit dem Untergrund verzahnt sind, hervorrufen können, zeigt uns die Straße bei Lohsa oder die B 97 in der Nähe von Schwarze Pumpe – jetzt 30er Zone. Aus Sicherheitsmaßnahmen sind hier Messgeräte installiert, die bei Messergebnissen ab 60 % Meldungen abgeben; bei
85 % müsste sofort eine Sperrung erfolgen. Eine Sanierung wird vorbereitet. Eine weitere Aktivität war die Verlagerung von Terra Nova, die aufgrund von Rutschungen am Bergner See notwendig wurde.
Es ist schon ein ganzer Teil geschafft, aber es liegt auch noch einiges vor dieser Region. In Mitteldeutschland, wo etwa 1991 alle Tagebaue geschlossen wurden und einheitlich mit der Sanierung begonnen werden konnte, ist man uns schon einen Schritt voraus. Dazu kommt, dass dort eine ganz andere Bodenmechanik vorherrscht.
Die LMBV hat in unserer Heimat schon so viel einzigartiges geschaffen, nicht nur zuletzt die Grundlagen für „schwimmende Häuser“ oder vieles mehr, was diese Gegend auszeichnet und unverwechselbar macht. Es ist ein „Muss“ diese Spezifik und Einmaligkeit, die sich Lausitzer Seenland nennt, als Urlaubsziel und Erholungsparadies kennen zu lernen, zu lieben und weiterzuempfehlen. Und: „Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen …“ Möglichkeiten und Vielfalt der Freizeitgestaltung sind auf jeden Fall gegeben.
Unser Vorsitzender Herr Rainer Milde beendete sinngemäß das Seminar mit den Worten: Wir Mitglieder sind ja schon bald perfekt, aber durch diese interessanten Infos von Herrn Kaiser nun fast vollkommen!
17.01.2012
Wie einmal der Kapitalismus gerettet wurde
Wahrscheinlich war der Satz unvermeidlich. Gerhard Schlegel sprach ihn exakt eine halbe Stunde nach Veranstaltungsbeginn: „Ich weiß leider nicht, wie man eine Revolution macht.“ Der 75-Jährige hatte im Herbst in der Zeitungsecke des Globus-Marktes eine Zeitschrift gefunden, die auf dem Titel fragte: „Wer zähmt das Raubtier Kapitalismus?“ Der Senior dachte sich nach eigenem Bekunden: „Na, das ist doch genau mein Problem.“ Und also brachen nun unter anderem die menschliche Gier, Giftpapiere, die Finanztransaktionssteuer und sogar die Diktatur der Bourgeoisie an einem trüben Januar-Vormittag in den sehr friedlichen Raum 314 des Lausitzer Technologiezentrums Lautech.
Hier im Konferenzsaal des Gebäudes im Industriegelände, stand beim Gesprächskreis Wirtschaft der Seniorenakademie eben jene Zeitschriftenfrage im Mittelpunkt. Gut 20 ältere Herrschaften waren am sechseckigen Konferenztisch versammelt und Referent Schlegel hatte vor sich eine kleine Bibliothek ausgebreitet. Die Bücher vor ihm hießen „Der Terror der Ökonomie“, „Endstation Globalisierung“ oder „Finanzmafia“. Ex-DDR-Staatsbanker Edgar Most durfte ebenso wenig fehlen wie der Globalisierungskritiker Noam Chomsky. „Es wird wohl aus unserem Kreis keine Lösung geben“, meinte zu Beginn Senak-Chef Rainer Milde. Er hatte sich mit einem Buch gewappnet, dessen Autor Peer Steinbrück er mit Augenzwinkern „mein neuer Messias“ nannte. Der Ex-Finanzminister hat sich in „Unterm Strich“ als „furchtloser Drachentöter im Kampf gegen Finanzmarkt-Monster“ (so der Tagesspiegel) inszeniert. Doch wer weiß: Womöglich war in Raum 314 ja doch mehr Weißheit als im 480 Seiten dicken Kilo-Werk des Ex-Ministers. Hans Jürgen Zülke etwa umriss das Problem der Verschuldung, das nun Staat um Staat ins Taumeln bringt, mit nur einem Satz: „Wir haben jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt.“ Fritz Schkommodau, der über Jahre die Ölmühle gelenkt hat, verlangte, den Finanzmärkten global Fesseln anzulegen, und auch die Frage der Verteilungsgerechtigkeit kam auf den Sechseck-Tisch. Und so wurde der Kapitalismus Stück um Stück ansehnlicher – jedenfalls in Raum 314. Denn abschaffen wollte ihn nun keiner. Die Marschrichtung gab einer der Diskutanten vor: „Er muss reformiert werden.“
Ganz ohne Karl Marx
Schließlich aber war es der Mann mit dem Steinbrück-Buch, der den Finger in die Wunde legte. „Wir erteilen indirekt den Auftrag der Finanzmanipulation, wenn wir Geld anlegen, um damit mehr als den Inflationsausgleich zu verdienen. Wir alle sind so gierig, dass wir es sind, die die Pflöcke einschlagen“, mahnte Rainer Milde, nachdem zuvor schon Gerhard Schlegel Lester C. Thurow zitiert. Der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler meint: „Der Kapitalismus nimmt an, dass der Einzelne auf Habgier und Eigennutz aus ist.“ Stimmt das, dann hinge Gerhard Schlegels Revolution davon ab, dass jeder Einzelne sich ändern müsste. Allerdings sind radikale Umerziehungsversuche bekanntermaßen schon mehrfach in der Menschheitsgeschichte in unschöne Unterdrückungs-Systeme umgeschlagen. Karl Marx hatte Gerhard Schlegel jedenfalls nicht mit im Gepäck. Die Kritik der politischen Ökonomie passt wohl heute auch nicht mehr nur in drei Buch-Bände. Da braucht es eben schon eine kleine Bibliothek Schlegel´scher Ausmaße.
13.12.2011
Zeit der Besinnung
Früher habe ich es eher nicht so ernst genommen, nun aber, wenn man etwas älter wird, gewinnen solche Werte mehr an Bedeutung – zumal man es richtig erlebt!
Noch von den Gedanken an Christa W. betroffen, ging ich zur Weihnachtsfeier der Seniorenakademie Hoyerswerda, eine schöne Tradition, jedes Jahr über vieles miteinander zu reden – bis hin selbst zu politischen Fragen. Natürlich immer in kleinen Runden, trotzdem mit oft viel „Tiefgang“.
So ging es mir als ich ins Gespräch geriet über die Begriffe „Demokratie“ und „Diktatur“ – eine Diskussion, die schon oft begann, aber immer wieder neuen „Stoff“ erhält. Vor mehr als 50 Jahren, als wir in der 11. Klasse eine Mathe-Arbeit schrieben und nur ein einziger aus der Klasse ein richtiges Ergebnis hatte, war mir bewusst geworden, dass „Mehrheit nicht gleich Wahrheit“ ist. Wie aber in einer solchen komplexen Welt damit umgehen?
Nun ja, hoffentlich wird es doch noch die „kollektive Klugheit“ geben trotz der „Strukturen, die sie direkt verhindern“ – einen Gedanken, den mir damals Christa W. schrieb.
22.11.1011
Islam – Christentum: was wissen wir eigentlich?
Das November-Seminar der Seniorenakademie Hoyerswerda hatte sich ein „allumfassendes“ Thema vorgenommen. Die monotheistischen Religionen,
insbesondere das Christentum und der Islam – wie sind sie, vor allem „heute“ zu verstehen?
Dazu war ein hochkompetenter Gesprächspartner, Pfarrer Peter Paul Gregor eingeladen, der in seinem Vortrag eine Vielzahl von Aspekten dieses Themas ansprach – auch geschuldet seinen direkten
Erfahrungen in verschiedenen priesterlichen Funktionen – auch in muslimischen Ländern.
Von der Geschichte angefangen, gut untermalt durch eine Landkarte des Entstehens der Religionen und der „Religionsstifter“ haben wir in
Auswertung des „offenen Briefes“ muslimischer Würdenträger an den Papst Benedikt XVI aus dem Jahre 2006 als Reaktion auf seine „Regensburger Rede“ eine große Menge von Fragestellungen erkennbar
vermittelt erhalten, so dass sich ein folgendes Nachdenken sicherlich lohnen wird. Welch ein Vielzahl „neuartiger Begriffe“ – bei gleichartigen Wörtern!
Allein der Satz „Ich glaube“ – mit der Bedeutung „Ich lehne mich an“, „Ich vertraue Dir“, „Ich mache mich auf den Weg“, „Ich suche Dich“ – welch edle menschliche Haltung – und eine große Hoffnung für unsere „nüchterne“ Zeit!
Was liegt den monotheistischen Religionen gemeinsam zu Grunde und wo bestehen die Unterschiede, die durch Fanatiker falsche Bilder und Handlungen erzeugen.
Diese Sichtweise unseres Lebens wurde uns wieder bewusst:
„Der Suchende ist nicht verloren, denn er wird mit seiner Vernunft kommunizieren und Antworten suchen und finden.“
15.11.2011
„SENAK im Fernsehen“
Am 15.11.2011 hatte die Seniorenakademie Hoyerswerda e. V. ihren letzten ganz großen Auftritt in diesem Jahr. Ziel war eine Studio-Tour durch den MDR Leipzig, genau Media City GmbH. Geführt wurden wir in zwei Gruppen, eine davon durch Herrn Hartmut Harkholtz, dem 1. Kameramann der Sendung „MDR aktuell“ am 15.11. um 19.30 Uhr. Die alten Gebäude des MDR entstanden 1908 – 1911 als Schlachthof, projektiert vom gleichen Architekten wie das Neue Rathaus von Leipzig. Nach der Wende im Jahre 1992 wurde dort der MDR gegründet. Er hat mittlerweile ca. 2000 Beschäftigte, davon 1400 Festangestellte und 600 Freiberufler. Das ganze Gelände ist ca. 160000 m2 groß. Ein neu erbautes Hochhaus mit 13 Etagen und einer Höhe von 65 m überragt alles. Auch ein Feuerlöschteich muss sein, um allen Normen gerecht zu werden.
Zuerst besuchten wir das Studio 2, in dem u. a. „Hier ab vier“ oder „Hauptsache gesund“ gedreht werden. Dieses Studio hat 73 Scheinwerfer, die automatisch je nach Sendung platziert werden. Man muss davon ausgehen, dass jeder Mitwirkende bei so einer Sendung mit 3 – 5 Strahlern angeleuchtet wird, um eine optimale Bildqualität zu erreichen. Dass so viel Beleuchtung viel kostet, ist wohl klar. Dass Scheinwerfer viel Wärme produzieren, ist natürlich. Um den Mitarbeitern eine angenehme Atmosphäre bei 24 °C zu schaffen, ist eine Kaltwasserkühlung an der Decke eingebaut, die die nach oben steigende erwärmte Luft abkühlt und sinken lässt. Gegenüber einer bekannten Klimaanlage oder Ventilatoren verläuft dieser Prozess total geräuschlos.
Wir besichtigten weiter den Raum vom „Riverboot“ und das Wetterstudio. Erschlagend und etwas ungewöhnlich erscheint dort die Farbe „knallgrün“ als Hintergrund. Mit Technik wird von den Meteorologen eine elektronische Grafik-Wetterkarte erstellt und eingespielt. Durch optische Täuschung werden Effekte erzielt, die eine ganz andere Größe der eigentlich kleinen Karte hervorbringt, uns aber angenehm groß und optimal auf dem Bildschirm erscheint.
Danach statteten wir einen Besuch in der Sachsenklinik ab – Wahnsinn wie eine richtige Station im Krankenhaus. Bei einer leichten Behandlung eines „Patienten“ werden Fingerfertigkeiten durch einen Arzt oder Anästhesisten den Schauspielern beigebracht. Größere Eingriffe bei Operationen werden in wirklichen Krankenhäusern gefilmt, manchmal nicht ganz einfach für die Kameraleute und damit „Nicht-Ärzte“. Diese Aufnahmen werden dann ganz geschickt in den Film eingefügt, so dass der Zuschauer davon nichts merkt. Wenn man diese tolle Kulisse sieht, soll es noch viele Folgen vom Team der Serie „In aller Freundschaft“ geben und weiterhin so gute Bedingungen für Dreharbeiten bieten. Wenn man bedenkt, dass eine Drehminute dieser Serie ca. 3000 € kostet, muss sich ja auch so eine Investition rentieren. Übrigens leistet der MDR mit 11,5 % Sendeanteil an der ARD schon einen beachtlichen Anteil.
Den Abschluss der Führung bot das Nachrichtenstudio für „MDR aktuell“, wo wir die Möglichkeit bekamen, mit Hilfe eines Teleprompters einmal „Nachrichten“ zu sprechen. Macht richtig Spaß und kann man jedem empfehlen. Hätten Sie gewusst, dass jeder Nachrichtensprecher Journalismus studiert haben muss, die Nachrichten wortwörtlich allein zusammenstellt und diese dann verlesen muss! Eine auswendige Wortwahl ist nicht zulässig, da aufgrund möglicher Wortverdrehungen Falschmeldungen entstehen könnten – und das darf niemals passieren!
Eine ganz wichtige Rolle bei allen Aufnahmen spielt die Maske. Viel Puder verhindert schwitzig-glänzende Gesichter oder unerwünschte Reflektionen.
Bemerkenswert, wie ein Schauspieler auf Körperbeherrschung ausgebildet ist. Eine Leiche spielen, soll ungemein schwer sein. Muskeln erschlaffen zu lassen, will gelernt sein. Auch heulende Schauspieler heulen wirklich und kriegen keine Zwiebel vorher unter die Nase gehalten – das würde auch gegen die Schauspielerehre gehen. Der Schauspieler dreht sich um, denkt an etwas ganz Schlimmes, hebt den Arm, wenn es soweit ist und gedreht werden kann und dann wird geheult!
Manchmal fragt man sich, warum so viel GEZ-Gebühren erhoben werden, aber ein Wunder ist es eigentlich nicht. Wenn man bedenkt, wie viel Leute und Technik an einer Fernsehproduktion beteiligt sind. Bei Zwiegesprächen in einer Talkshow sind 2 Kameras eingeschaltet und kommen je nach der sprechenden Seite abwechselnd zum Einsatz. Bei Filmaufnahmen läuft zwar nur eine Kamera, aber der Aufwand ist aufgrund von Drehwiederholungen bedeutend höher. Und wenn es der Fundus ist, wo Designer Kostüme entwerfen, maßschneidern lassen oder einkaufen und hier praktisch archivieren, damit sie auch mal wieder verwendet werden können. Es hat ja niemand ein vollständiges Sortiment und somit wird z. B. mit dem Filmstudio Potsdam-Babelsberg ausgetauscht.
Und wie geht es dem MDR in dieser Region, wo der demographische Wandel so groß ist und junge Leute wegen der Arbeit in die Alt-Bundesländer ziehen und damit hier die Gebühren nicht mehr fließen? Dazu kommt, dass es hier viel Hartz-IV-Empfänger gibt, die von den Gebühren befreit sind.
Kommen wir noch einmal zu einem interessanten Punkt: „Wie werden die Einschaltquoten gemessen?“ Es bekommen 5600 Haushalte aus unterschiedlichsten Schichten und Regionen ein Teil in den Fernseher eingebaut, der jeden Knopfdruck und Senderwechsel registriert. Dann wird eine Hochrechnung gemacht. Für den öffentlichen Rundfunk hat das nicht so eine Bedeutung, aber für den privaten, da sich dieser ausschließlich über Werbung finanziert. Nimmt die Einschaltquote ab, werden Werbungen zurückgezogen und auf Sendungen mit höheren Quoten verlegt. Das sind Einbußen, die dazu führen können, dass eine Sendung gestrichen werden muss. Eine Werbeminute ist eben wahnsinnig teuer.
Nun haben wir so viel über „Fernsehmacherei“ erfahren, sind äußerst angenehm beeindruckt und bekamen trotzdem den Hinweis, bei Programmbeschwerden die Tel.-Nr. 0341 3000 zu wählen oder bei sonstigen Fragen die 0341 35002500. Diese Nummern sind fast täglich bis 22.00 Uhr besetzt und man sollte bei speziellen Fragen den Tag, die Sendezeit und den Redakteur nennen können!
Nun war unsere offizielle Führung beendet, wir waren hungrig und konnten das gebuchte Tourmenü zu uns nehmen – lecker!
Unser Bus brachte uns nun zur Goethestraße des Stadtzentrums. Hier hatten wir 3 Stunden Zeit, um die Innenstadt zu erkunden – wie sich doch alles verändert hat, wenn man ein paar Jahre nicht da war!
Wir hatten zwar niedrige Temperaturen und „Waschküchenwetter“, aber wenigstens keinen Schneeregen und trotzdem einen wunderschönen interessanten Tag.
25.10.2011
China im „Jahr des Hasen“
Am 25.10.2011 eröffnete der „Chinaexperte“ und Foucault-Lehrer,
Herr Volker Steuer, in einer traditionellen Tibet-Jacke bei moderner folkloristischer Musik (Titellänge 69min) einer anderen Minderheit unser Seminar zur Themenreihe „China“.
Herr Steuer machte schon mehrere Reisen in dieses aufstrebende Land und wird dies auch weiter tun. Es scheint verständlich, wenn man bedenkt, dass China wesentlich größer als alle EU-Staaten zusammen ist. Wer von uns kann wohl sagen, dass er bereits alle kennt. Diese Vielfalt kommt einerseits durch die 55 Minderheiten (deren Bevölkerungsanteil steigt, da nicht 1-Kind-Ehe vorgeschrieben) aber auch durch geografische und wirtschaftliche Besonderheiten zustande. Dabei sind die Provinzen relativ unabhängig vom Zentralstaat.
Anhand von Bildmaterial, typischen Souvenirs und interessanten Erläuterungen konnten wir einem äußerst aussagefähigen Vortrag unter chinesischem Flair folgen, der diesmal viele wirtschaftliche Aspekte beleuchtete. Es ist ja schwer zu verstehen, wie dieser andere Sozialismus sich so schnell zur 2.Wirtschaftsmacht entwickeln konnte.
Da gibt es neben den staatlichen auch Privatbanken, Privatfernsehen (auch in tibetisch), private Reisebüros und Fluggesellschaften. Auch in der Industrie hat sich die Marktwirtschaft durchgesetzt. Nur, dass es dort auch viele vernünftige Regeln gibt (besonders im Finanzsektor), um die die EU jetzt ringt. Spekuliert wird nicht mit dem Yuan oder den Lebensmitteln.
Es gibt in China scheinbar (außer Waffen) alles zu kaufen (in Yunnan traditionell auch Opium). Dabei bewegen sich die Preise zwischen 1/20 bis 1/5 unserer. So kann ein Durchschnittsverdiener in Großstädten mit einem Gehalt von umgerechnet 200 € monatlich recht gut leben. Dass sich das Lebensniveau vom Agrar-China der 70er und 80er zum HighTech-China für fast alle verbessert hat, zeugt auch die Zahl von über 1Mrd. Handys. Anhand der mitgebrachten Münzen erfuhren wir, dass das kleinste Hartgeld etwa einem Hundertstel Cent entspricht. In einem Monat musste Herr Steuer für Übernachtungen mit guter Ausstattung (TV, Internet) zusammen weniger als 100 € bezahlen und die „teuerste“ 4500 km Bahnfahrt nach Tibet (von deutschen Ingenieuren projektiert) kostete mit Klimaanlage, Sauerstoff, Schlafwagen, Mineralwasser (wohl auch noch im Jahre 2020) nur 80 €.
Dass in China viel vom Ausland „abgekupfert“ wird, ist uns allen bekannt, aber es wird nicht so verstanden, da die Chinesen dies als eine Ehrung für die Erfinder verstehen und Erfindungen allen zugute kommen sollen. Sie haben kein Problem, wenn in deutschen Markengeräten 90% Elektronik aus China steckt. Der Ansatz - Allgemeinwohl geht vor Privatinteressen - macht es dem Land auch leichter in nur 3 Jahren 1000 km Autobahnen durch die Thaklamakanwüste zur Seidenstraße bzw. durchs Himalaja nach Nepal zu bauen, wo man dann in Schlafbussen mit Videodisplay und Handyempfang für 8 € bequem reisen kann. Weltfirmen nutzen den chinesischen Markt oft zum Test neuer Produkte auf Akzeptanz. So brachte Herr Steuer Schuhe mit Reklameaufschrift mit, die er dort anziehen musste, da die 3 € nur dort gelten und er sonst Zoll zahlen müsste.
Hygiene wird in China groß geschrieben und Bestimmungen lehnen sich zunehmend deutschen Standards an. Interessant ist für uns, was es alles an anderen Lebensmitteln dort zu kaufen gibt, so Kakao- oder Mokkakaugummis, diese schmecken richtig gut!
Eine der Reisen ging weiter nach Tibet. Hier konnte er von dem höchsten Skigebiet der Welt in ungefähr 5500 m Höhe berichten. Da in Tibet verschiedene Stämme leben, ist es üblich, dass man dies auch an seiner farbenfrohen Kleidung sieht.
Herr Steuer ist weiter über die weltweit größten Reisterrassen geflogen, die bei normaler Wetterlage drei Ernten pro Jahr erlauben. Und wieder ein anderer Preisvergleich von dieser Reise: eine 3-Tages-Schifffahrt mit Vollverpflegung kostete umgerechnet 37,00 €.
Und noch einmal müssen wir an dieser Stelle einen Preisvergleich anführen:
Die Überkronung eines abgebrochenen Zahnes mit dem teuersten Material, nämlich Elfenbein, kostet 8,40 €.
Ein weiterer Teil der durchgeführten Reisen führte Herrn Steuer nach Pakistan, wo auch mit chinesischem Geld bezahlt werden kann. Interessant waren auch die von Nepal mitgebrachten Klangschalen, mit denen man je nach Größe unterschiedliche Töne in Frequenzen erzeugen kann, die unwahrscheinlich weit zu hören sind. Bestimmt ein nützlicher Gegenstand vor langer, langer Zeit als z. B. noch kein Handy erfunden war.
Weiter verschlug es Herrn Steuer auf die südchinesischeInsel Hainan. Eine weitere Sitte ist in China weitverbreitet: man geht zum Lesen nicht in Bibliotheken, sondern macht das ganz einfach mit Ausdauer im Buchladen.
Die Reise ging weiter in die teuerste Stadt Chinas und am schnellsten wachsende Metropole der Welt, nach Shenzhen. Von 30000 Einwohnern im Jahre 1979 wuchs sie bis heute auf
12 Mio. Einwohner. Die Spieleproduktion für Weltkonzerne hat hier eine große Bedeutung.
Auf der Strecke konnte Herr Steuer Schmetterlingen mit einer Spannweite von 30 cm begegnen – was für Apparate!
Eine weitere Reise führte Herrn Steuer über den Himalaja bis in über 5000 m Höhe. Die dortigen Straßen sind reine Naturstraßen, also befestigt, aber ohne Asphalt. Damit wird eine bessere Reifenhaftung erreicht. Der Everest Base Camp war nun der letzte Urlaubshöhepunkt in diesem Jahr des Hasen. Die Tiernamen wurden praktischerweise zugeordnet, um den Wechsel von Mondjahren mit 12 und 13 Monaten auch dem einfachen Volk verständlich zu machen. Herr Steuer zeigte uns den teuersten Tee der Welt, den Pu`er Tee. Der Urteebaum ist schon über 2000 Jahre alt.
Nun war es auch schon 12.00 Uhr und Zeit für die chinesischen und alle anderen Muslime die Teppiche auszurollen und Richtung Mekka zu beten. Für uns ging ein außerordentlich interessantes Seminar zu Ende und wir haben schon vorgebaut und Herrn Steuer für einen weiteren Vortrag im nächsten Jahr gechartert.
18.10.2011
SENAK on Tour im Sachsenland
Wir, die Mitglieder der Seniorenakademie Hoyerswerda e. V., machten am 18.10.2011 unsere Autos mobil und setzten sie nach Weißwasser in Bewegung.
Erster Anlaufpunkt war die Nickel-Fenster GmbH & Co. KG. Die Geschichte beginnt so:
Es war an einem 3. Oktober, nämlich im Jahre 1899, als Reinhold Nickel eine Fenster- und Türenfirma gründete. Fenster und Türen sind seit jeher wichtige Gestaltungselemente in der Architektur, also werden als die „Augen“ eines Hauses bezeichnet. Das Unternehmen entwickelte sich weiter vorerst in Familienhand. Viele Jahre ging alles gut, die Wende kam und 2 Insolvenzen folgten. Dokumentarisch ist festgehalten, dass Ernst Nickel schon vorzeitig behauptete, dass die Einheit Deutschlands, wenn sie kommt, an einem 3. Oktober geschieht – was für ein Hellseher! Der jetzige Geschäftsführer Herr Gottfried Haberhausen führte uns durch diesen innovativen Betrieb mit zurzeit direkt 65 Beschäftigten. Dort begegneten wir vielen hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern, die als Meister ihres Faches gelten und damit Anerkennung weltweit erlangt haben. Neben den bauphysikalischen Eigenschaften wie Wärmeschutz, Schallschutz, Schlagregendichtheit , die den modernsten Anforderungen entsprechen müssen, kann man durch die Fensterform, -farbe, -sprossung oder einer Vielfalt von Gestaltungselementen dem Fenster einen speziellen Charakter geben. Fenster für denkmalgeschützte Gebäude sind eine Spezialität des Hauses. Sie werden in allen Formen und Konstruktionen gefertigt, jedes nach exaktem Aufmaß und immer aus dem bewährten Werkstoff Holz, auch in Verbindung mit Aluminium. Der Kundenkreis ist unwahrscheinlich groß. Ein Großauftrag ist derzeit der Dresdner Zwinger (Rahmenfarbe grün). Zu den Referenzen gehören im Inland u. a. das Taschenbergpalais Dresden, das Hunderwasserhaus Magdeburg ..., man liefert aber auch in die USA, die Vereinigten Emirate, England ..., um nur einige zu nennen. Wir sind beeindruckt und wünschen dem Unternehmen, sich ständig auf diesem hohen Niveau erweitern zu können und modernste Fertigung zu praktizieren und unter dem Motto: „ Die Kunst perfekte Fenster zu bauen“ treu zu bleiben. Hier müsste jeder Jugendliche, der mathematisch nicht unbegabt und technisch interessiert ist, Lust bekommen, eine Ausbildung zu beginnen. Die Chancen und Perspektiven sind bestimmt gut dafür.
Nach so viel Fenstern und Türen genehmigten wir uns eine Gaumenfreude im La Romantica.
Nun gingen wir das 2. Tagesziel an: eine Führung durch das Glasmuseum. Ausstellungsstücke großer Designer wie Professor Wilhelm Wagenfeld (1900 – 1990) und Friedrich Bundtzen (1910 – 1989) geben dem Glasmuseum einen einzigartigen Stil. Anhand eines kurzen Filmes, Modellen bzw. Werkzeugen und Bilddarstellungen wurde uns die Glasherstellung, zuerst mit Hilfe von Hafenöfen oder später mit Wannen erklärt. Wir lernten unterschiedliche Methoden und Schleifformen kennen und wie die Farbgebung erfolgt. Der Erfinder des Einweckglases war eigentlich ein Herr Rempel, der dieses als Patent anmelden wollte. Durch seinen Tod konnte er dies nicht mehr. So griff ein Herr Weck diese Erfindung auf und reichte sie zur Patentierung ein. Damit ist die Sache klar: Wir „rempeln“ die Kirschen nicht ein, sondern wir „wecken“ sie ein.
Nun haben wir wieder viel dazu gelernt und wir fuhren mit vollem Kopf und völlig neuen positiven Eindrücken nach Hause.
20.09.2011
Bildung – ein unendliches Thema?
Der Gesprächskreis Wirtschaft der Seniorenakademie Hoyerswerda hatte unlängst wieder einmal ein sehr brisantes Thema – kurz umschrieben „Lernfreude“. Dazu gab Dr. Adelheid Wittek einen kompetenten Gesprächseinstieg.
Senioren sind ja meist etwas entfernt von den heutigen Problemen zum Thema „Bildung“, da „ihre“ Zeit ja eine ganz andere war. Trotzdem erleben
sie über ihre Kinder und Enkel, welche erheblichen Probleme auf diesem Gebiet anstehen. Eben um einige aus diesem Spektrum ging es Dr. Adelheid Wittek, denn sie hat nicht nur auf diesem Gebiet
gewirkt, sondern ist auch heute noch engagiert.
Sätze wie: „Mit Freude lernen“, „Lernen als eine endlos spannende Reise in die große Wirklichkeit“, „Lebensfreude entsteht durch Lernfreude“ beschrieben den Hintergrund, den das Bildungssystem haben
sollte. Aber unsere Wirklichkeit? Da türmen sich viele Probleme auf, die nur lösbar sind, wenn in „breiter Front“ und über alle Generationen darum gekämpft wird. Wäre es nicht schön und
wünschenswert, in Deutschland ein einheitliches Bildungssystem einzuführen? Bloß wie soll das möglich sein, wenn von Bundesland zu Bundesland schon unterschiedliche Vorstellungen vom Begriff
„Allgemeinbildung“ bestehen? Derzeit ist es doch traurig, dass auch bestimmte Berufsabschlüsse nicht deutschlandweit anerkannt werden.
Eine weitere Frage ist, wie das Bildungsniveau und der Mangel an Fachpersonal sich bei sinkender Einwohner- und damit auch Schülerzahl in den nächsten Jahren in Deutschland entwickeln werden. Es ist eigentlich erschreckend, dass unser Land im Weltmaßstab an 30. Stelle bei den Kosten, die für Bildung ausgegeben werden, steht.
Hoffnungsvolle Ansätze waren nicht zu überhören. Nur, wer hat eine solch laute Stimme im heutigen Gemurmel?
15.09.2011
SENAK versetzt sich in die Welt der Politik
Am 15.09.2011 war unsere Sommerpause zu Ende. Wir, die Mitglieder der Seniorenakademie Hoyerswerda e. V., begaben uns auf den Weg zum Sächsischen Landtag nach Dresden, um uns einen Einblick in die Arbeit der Politiker und den Ablauf einer Plenarsitzung zu verschaffen.
Wir wurden von dem Betreuer Nico Schmelzle, einem Studenten für Politikwissenschaft und ehemaligen Gymnasiasten des Johanneums in Hoyerswerda, im Foyer empfangen und erhielten eine kleine Einführung zu bestimmten Verhaltensmaßregeln. Nun durften wir auf der Besuchertribüne Platz nehmen. Das Applaudieren oder Zwischenrufe waren uns verboten, den Politikern allerdings nicht. Die Fraktionen sitzen in einem Halbkreis, so dass jeder jeden sehen kann, durch Gänge voneinander getrennt. Jeder Abgeordnete hat während der Legislaturperiode seinen festen Platz. Vor ihnen steht mittig ein Rednerpult mit einem Bildschirm in der Platte, der dem Redner u. a. anzeigt, wie viel Redezeit er noch hat. Die Redezeit wird nach Anzahl der Sitze der jeweiligen Partei unterschiedlich festgelegt. Die am stärksten vertretene Fraktion hat damit die längste Redezeit. Diese muss sie sich für die vorher bekannte Tagesordnung aufteilen und schriftlich beim Präsidenten einreichen. Der Präsident sitzt ebenfalls mittig hinter dem Redner und hat links und rechts einen Schriftführer neben sich. Sollten Diskussionen zu laut und lange werden, lässt er schon mal die Glocke läuten oder bei Zeitüberschreitung erinnert er den Redner. Dem Redner unterliegt es, ob er Zwischenfragen und deren Beantwortung zulässt. Dank moderner Technik meldet derjenige, der eine Frage hat, sich beim Präsidenten durch Knopfdruck an. Der Präsident bittet ihn dann an eines der in den Gängen aufgestellten Mikrofone.
So eine Plenarsitzung wird auch mitgeschnitten, trotzdem aber von 3 ständig wechselnden Stenographen wortwörtlich protokolliert einschließlich Beifallskundgebungen oder Zwischenbemerkungen. Die Protokollierungen werden nach der Sitzung von den Stenographen noch einmal mit dem Mitschnitt verglichen und auf Papier gebracht. Jedes Protokoll lagert in der Bibliothek im Altbau des Landtages. Übrigens fanden die ersten Plenarsitzungen nach der Wende in der Dreikönigskirche statt. Der Neubau mit dem gläsernen Plenarsaal wurde 1994 fertiggestellt.
Wir konnten den Tagesordnungspunkt 1 mit der „Aktuellen Stunde“ und der „1. Aktuellen Debatte“ mit dem Antrag der Fraktion SPD zum Thema: „Sächsische Demokratie – wie der Freistaat seinen Bürgerinnen und Bürgern vertraut“ 45 Minuten miterleben. Ein Hauptthema waren dabei die Ereignisse vom 13. – 19. Februar dieses Jahres in Dresden.
So eine Sitzung dauert viele Stunden, manchmal sogar ohne Unterbrechung. Die Politiker haben natürlich das Recht, den Plenarsaal auch einmal zu verlassen. Sogar in den Toiletten kann die Sitzung über Lautsprecher verfolgt werden – das haben wir selbst live erlebt.
Im Anschluss hat uns unser Betreuer noch Fragen zum Landtag beantwortet. Danach nahm sich noch der Hoyerswerdaer CDU-Abgeordnete Frank Hirche eine Stunde Zeit für uns und beantwortete Fragen zum Landtag, zu seiner Arbeit, auch zu seiner Arbeit in Ausschüssen wie z. B. dem Immunitätsausschuss und zur Stadt Hoyerswerda.
31.05.2011
Atomkraft – nur noch ein Unwort?
Im Gesprächskreis Wirtschaft der Seniorenakademie Hoyerswerda kürzlich ein beinahe schon nicht mehr zugelassenes Thema: “Atomkraftnutzung in Deutschland“. Dieter Kundt, ein Ingenieur, ehemals tätig in Schwarze Pumpe und damit auch vielen von uns bekannt, nun aber auf dem Gebiet Kernkraft beschäftigt, brachte uns den Gesprächseinstieg. Die Geschichte – von der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn 1938 bis hin zur heutigen Lage. Anschauliches Bildmaterial zum Aufbau von Siede- und Druckwasserreaktoren, den umfangreichen Nebenanlagen in den Atomkraftwerken, der neusten Reaktortechnik – aber auch zum Problem „Zwischenlager“ und noch Vieles mehr.
Natürlich auch, wie viel Atomkraftwerke international geplant, im Bau aber auch in Betrieb sind, selbst in unseren Nachbarländern wie Frankreich, Belgien oder Tschechien.
Am Beispiel des Unfalles in Japan wurden uns die Sicherheitsaspekte der Atommeiler alter und neuer Bauarten nahegebracht.
Deutschland auf dem „Sonderweg“ – dank unseres nationalen, durch die Medien geförderten „Angstgefühls“? Natürlich wird dieser Weg auch ziemlich teuer, wie es sich zeigen wird. Probleme sind doch immer schon eine Herausforderung für den menschlichen Geist gewesen – auch damals schon, als es um Mammuts ging!
Nachdenken über unsere Zukunft – so gingen wir nach Hause, nach einer lebhaften Diskussion.
24.05.2011
Wasserqualität der Lausitzer Seen – welch interessantes Thema!
Zu einer gemeinsamen Veranstaltung des „Freundeskreises der Braunkohleingenieure“ und der Seniorenakademie Hoyerswerda hatten sich kürzlich Interessierte getroffen. Dazu hatten sie einen kompetenten Gesprächspartner eingeladen, der dieses Gebiet schon seit Jahren behandelt – man muss eher sagen „erforscht“ – denn es geht hier tatsächlich hauptsächlich um das Gewinnen von Erkenntnissen zur Problemlösung: Dr. Günter Scholz , der „Senior Engineer“ bei der Firma MOVAB-D GmbH in Lauta. Viele von uns kennen ihn schon seit langem und hatten sich schon auf das Gespräch gefreut.
Sie wurden nicht enttäuscht: die Sicherung einer guten Wasserqualität – insbesondere gemessen an den ph-Werten und noch anderen chemisch wirksamen Substanzen – sie ist nicht einfach – und auch nicht billig. Viele Länder haben – aus verschiedenen anderen Gründen – ähnliche Problem, so auch Schweden, die Partnerland der Firma MOVAB ist. Demzufolge auch die Vielzahl der Forschungseinrichtungen, die sich dieser Frage angenommen haben – in unserer Nähe insbesondere die Bergakademie Freiberg, die TU Dresden und Cottbus. Am Beispiel des Bernsteinsees – der allein schon eine interessante „Vergangenheit“ in Hinblick auf Wasserqualität hat – wurden uns viele Untersuchungsergebnisse und –verfahren nahegebracht.
So sind doch Erkenntnisse gereift, welche wirksame Verfahren eingesetzt werden sollten und welche nicht. Im Endeffekt bestimmen die zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel die weiteren Verfahrensweisen und die Zeithorizonte der Verbesserung der Wasserqualitäten der Seen.
Besonders interessant war es, als uns ein Schüler des Konrad-Zuse-Berufsschul-zentrums, Hans Pietsch, einen von ihm gebauten „Fotokopter“ (so etwas ähnliches wie einen Kleinsthubschrauber) vorführte, der mit einer Kamera ausgestattet, die Effekte der Wasserbehandlung bildlich deutlich festhalten kann und wesentlich kostengünstiger als ein sonst einzusetzendes Flugzeug ist– als Beispiel Bilder der Interessierten im Hof des Lautech.
Wir haben „Forscher-Geist“ aus unserer Region erlebt, der einem wichtigen Problem auf der Spur ist – welch gutes Gefühl!
17.05.2011
Ein Tag wie ein Geschenk – ein Ausflug nach Haidemühl
Wir, die Mitglieder der Seniorenakademie Hoyerswerda e. V., gaben wieder einmal den Ton an und bewegten uns in den schönen Ort Haidemühl. Bei etwas wolkigem Himmel, mal blinzelnder Sonne, verjagten wir mit ein paar Regenschirmen einen eventuellen Regen.
Herr Kiel, der Ortsvorsteher, gab mit einführenden Worten im Dorfgemeinschaftshaus Einblick in die Geschichte der Entstehung dieser neuen, knapp 700 Einwohner zählenden Dorfgemeinde, die postleitzahlmäßig über Spremberg läuft, jedoch sich selbst zur Finanzierung der Unterhaltung des Dorfgemeinschaftshauses Rücklagen bildete. Schon im Jahre 1973 wurde in Erwägung gezogen, das alte Haidemühl umzusiedeln. Mit einem Arbeitskreis gab es erste Verständigungen mit dem damaligen BKW Welzow, nach der Wende mit der LAUBAG und danach mit Vattenfall. Jetzt wurde die Sache ernst. Nach vielen Verhandlungen einigte man sich darauf, dass Eigentümer oder Mieter Abfindungen im Verhältnis 1 : 1 erhalten sollen und sich nach individueller Entscheidung ein neues Zuhause für ein in Frage kommendes Territorium im neuen Haidemühl sich aufbauen können bzw. die Möglichkeit zum Beziehen einer Mietwohnung in entsprechender Größe erhalten. Was in der heutigen Bürokratie fast wie ein Phänomen erscheint, es gab fast keine Einschränkungen über Bauweisen und Hausgestaltung.
Die Umsiedlung erfolgte dann in den Jahren 2004 – 2006. Etwa 75 % der Bevölkerung zog von dem (Alt)Haidemühl in das neue Haidemühl. Aufgrund der Angliederung an Spremberg konnten wegen Vermeidung von Doppelnamen nicht alle Straßennamen übernommen werden. Aber eine „Straße der Einheit“ gibt es auch im neuen Ort Haidemühl.
Danach begaben wir uns mit Frau Kiel, der Geschäftsführerin des Trägervereins des „Dorfgemeinschaftshauses Haidemühl“ e. V., zu einer Ortsführung. Zuerst steuerten wir den Aussichtsturm mit oberster Plattform in 18 m Höhe an. Der Turm steht auf einem kleinen Berg im hügeligen Ort. Hier hatten wir einen fantastischen Ausblick über die Dächer der Gemeinde und konnten uns von der Vielfalt der Bauarten überzeugen. Man sieht auch auf einen Straßen-Kreisel, in dem sich ein Springbrunnen befindet. Dieser Springbrunnen steht als Symbol für die Bergarbeiter und Glaswerker im alten Haidemühl. Die Säule soll einen Schornstein darstellen und die darüber befindlichen Glasplatten symbolisieren das ehemalige Glaswerk.
Unweit von diesem Turm befindet sich eine Friedenstaube. Sie erinnert an den Weltfriedenstag im Jahr 1956, war aus Beton und sollte dem Ort nach der Umsiedlung nicht in Vergessenheit geraten und einen würdigen Platz bekommen. Indessen „fliegt“ hier eine neue Taube aus Kupfer.
Jetzt schlenderten wir durch die Ortsstraßen in Richtung Teich. Da das alte Haidemühl einen Teich hatte, wollte man diesen im neuen auch nicht missen. So wurde ausgebaggert, aus dem Quellsystem des Ortes ein Kanalsystem geschaffen, um eine Einleitung in den Teich zu erreichen. Es ist ein Teich mit Fischen, also gut für alle Angler. Bei Überfluss wird der Stausee Spremberg damit bereichert.
Auch der Sport bleibt nicht auf der Strecke. Es gibt ein ganz modernes Stadion.
Was früher nicht der Fall war, man hat jetzt auch einen eigenen Friedhof.
Die Natur baute die Kulisse, viele fleißige Erbauer mit super Ideen und Menschenverstand ließen einen neuen und so auf höchstem Niveau beeindruckenden Ort entstehen. Und es gibt noch freies Bauland mit einem Quadratmeterpreis von 35,00 EUR. Das klingt doch gut, oder?
Unser Rundgang ging mit der Besichtigung der mit modernster Technik ausgerüsteten Kegelbahnen, bezahlt von Vattenfall, im Dorfgemeinschaftshaus zu Ende. Na, dann „Gut Holz“!
26.04.2011
China – welch eine Welt!
Im Gesprächskreis Wirtschaft der Seniorenakademie Hoyerswerda ist ein Thema seit langem präsent: China. Viele Hoyerswerd´sche haben dieses Land besucht – in unterschiedlicher Weise und konnten uns immer wieder „neue Seiten“ dieses Landes, ja dieser Welt nahe bringen: die Natur, die Kultur, die Wirtschaft, das Leben der „einfachen Leute“ dort, ihre Hoffnungen und Wünsche. Also immer wieder hoch spannend diese Gespräche. So auch kürzlich, als Arnulf Losse zu Gast war, der kürzlich in China weilte, viel erlebt und gesehen hat und uns dies auch gut vermitteln konnte.
Natürlich wird auch bei uns in den Medien viel über China berichtet – aber spiegeln sie auch das wieder, was die „einfachen Leute“ dort so erleben, wie es ihnen geht, wie sie in die Zukunft sehen, welche Entwicklung sie von heute auf morgen mitmachen? Man kann schon staunen: Arnulf Losse nannte viele Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung, vor allem auch zur Entwicklung der Energiewirtschaft, aber auch zu den Einkünften: man kommt aus dem Staunen nicht heraus.
China hat eine lange Geschichte der „Dynastie“ erlebt – bis heute. Aber sie hat auch gute Seiten: es gibt Zukunft und alle können hoffen und sind glücklich – so beinahe war unser Eindruck!
20.04.2011
Unser Boden – ein Wunder!
Der Freundeskreis Braunkohleingenieure und die Seniorenakademie Hoyerswerda hatten unlängst eine gemeinsame Veranstaltung aus Vortrag, Diskussion und dann Exkursion zu einem für die Lausitz noch lange „heiß“ bleibenden Thema: wie funktioniert Bodenmechanik und wie sicher sind wir, wenn wir durch „die Lausitzer Lande streifen“?
Ein Mitglied des Freundeskreises und anerkannter Experte, Peter Kaden, hatte es sich vorgenommen, uns zunächst in die theoretischen Fragen einzuführen und dann an dem praktischen Beispiel am Kortitzmühler See bei Laubusch die konkreten Formen der Sanierung – auch mit ihren Problemen und Ergebnissen nahe zu bringen. Nun ja, wir wissen jetzt, was „Setzugsfließen“ heißt und wie genau man es voraussagen kann, wir kennen aber auch die neueste Technik, die nun schon im weiten Umfang zur Anwendung kommt.
Nun ja, Boden ist Natur und so spürten wir schließlich auch, dass es immer einen Rest von Fragen geben wird, wie wir ja in den letzten Jahren schon gespürt haben!
19.04.2011
REIER, … die Kunst zu bewahren
Mit diesem Motto durften wir, die Mitglieder der Seniorenakademie Hoyerswerda e. V.,
uns heute bei einer hochinteressanten Betriebsführung durch die Vitrinen- und Glasbau REIER GmbH vertraut machen. Produktionsleiter Herr Barnitzki gab dazu bei einem kleinen Getränk und etwas Gebäck den Einstieg und Informationen zum Unternehmen. Gemeinsam mit Geschäftsführer Herrn Volker Reier wurden wir in 2 Gruppen durch das Betriebsgelände geführt.
Es war beeindruckend, wie sich eine Produktionsstätte in so kurzer Zeit auf ein so hohes Niveau entwickelt hat. Als Einzelunternehmen 1988 von Volker Reier gegründet, erfolgte im Jahr 1991 die Verlegung des Betriebes an den jetzigen Lautaer Standort. Erste Angestellte waren seine Frau sowie kurze Zeit später zwei Glaser. Kontinuierlich konnten es mehr Beschäftigte werden, so dass die Zahl der Arbeiter und Angestellten jetzt bei 80 liegt und bei hoher Auftragslage sogar Leiharbeiter benötigt werden.
Mittlerweile sind die Absatzmärkte über den ganzen Erdball verteilt; die bedeutendsten Museen in den USA (z. B. die Pierpont Morgan Library in New York), in Russland (u. a. die Eremitage St. Petersburg - eine Vitrine 6 m hoch), in Großbritannien (u. a. The British Museum London) und in mehreren arabischen Staaten, um nur einige zu nennen, präsentieren ihre Exponate in REIER-Vitrinen. Die Firma muss wie viele andere an Ausschreibungen teilnehmen und damit genau kalkulieren und vor allem als größte Werbung durch hohe Qualität überzeugen. Die Teilnahme an mindestens 4 internationalen Messen ist ebenfalls eine Voraussetzung und damit auch das Beherrschen verschiedener Sprachen.
Viele Gewerke gehören zum Unternehmen wie z. B. der Glasbau, der Metallbau, der Holzbau, die Lackierei sowie der Elektrobau, die die von Ingenieuren entwickelten Vitrinen-Konstruktionen umsetzen. An die Herstellung von Vitrinen werden höchste Anforderungen hinsichtlich der Sicherheits- und Klimatechnik, der Öffnungsmechanismen, des Einsatzes von Lichtsystemen etc. gestellt. Wer macht sich schon Gedanken, wenn er das Grüne Gewölbe besichtigt, dass es Anforderungen an gleichbleibende Temperaturen in den Vitrinen geben muss, da sich ändernde Temperaturen Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit haben und das darf nicht sein, da Exponate darunter leiden könnten! Demzufolge kommen überwiegend Glasfaserbeleuchtung oder LED-Beleuchtung zum Einsatz, da sie keine Wärme erzeugen.
Ständig neue Herausforderungen erfordern stets innovative Ideen. Um diesen Anspruch zu erfüllen, wird auf den Bereich Forschung und Entwicklung zugegriffen. Eine relativ hohe Lagerhaltung ist erforderlich, um sehr schnell auf Auftragsanfragen reagieren zu können.
Die Losung „… die Kunst zu bewahren“, war hier für uns in zweifacher Hinsicht zu verstehen: nämlich Kunst in Ausstellungen und Museen fachmännisch zu erhalten und zu pflegen, aber dass es ebenfalls Kunst ist, solche Vitrinen zu entwickeln und herzustellen. Einige sind patentrechtlich geschützt, weitere Patente werden und sind angemeldet. Es war für uns überwältigend, wie das kleine Lauta so schnell weltbekannt wurde und weiter noch wird. Darauf kann Sachsen als gewachsener Industriestandort mit Erfinderreichtum doch stolz sein.
15.03.2011
Willkommen „Erholung“ im Lausitzer Seenland – ein informatives Seminar
Am 15.03.2011 durften wir, die Seniorenakademie Hoyerswerda e. V. ein informationsreiches Seminar erleben.
Wir hatten uns dazu als Referentin Frau Petra Kockert vom Projektbüro Koordinierung Lausitzer Seenland eingeladen. Dieses Büro hat seinen Sitz im Herzen der, in der sächsisch-brandenburgischen Lausitz entstehenden größten von Menschenhand geschaffenen zusammenhängenden Seenlandschaft Europas, nämlich in unserem Hoyerswerda!
Frau Kockert sprach über die Aufgaben und Ziele, wie unser Seenland zu einem Anziehungspunkt für Touristen schon geworden ist und noch mehr werden muss.
Jeder weiß: „Ohne Moos nichts los“. Mittel können nie genug da sein. Deshalb erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreis und den Kommunen. Es werden Konzepte und Rahmenpläne betreffs des Wegeleitsystems, der Schiffbarkeit und der verkehrlichen Anbindung begleitet. Im sächsischen Teil des Seenlandes müssen die Mittel für den Bau der die Überleiter, sprich Kanäle eingesetzt werden, um die Verbindung der Seen als Attraktivität für die Schifffahrt für unser Gebiet zu erreichen. Kaum einem Touristen ist es geläufig, dass z. B. mit dem Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg aufgrund der zwei unterschiedlichen Bundesländer und damit Gesetzmäßigkeiten einheitliche Vorschriften für Schiffsgeschwindigkeiten erzielt werden müssen. Bis jetzt gelten für Sachsen 30 km/h und für Brandenburg 6 km/h. Was nun, wenn die Ländergrenze gerade durch einen See führt? Also müssen länderübergreifende Standards geschaffen werden. Es gilt weiterhin, Investoren zu finden, vor allem durch Koordination der touristischen Infrastruktur und Angebotsentwicklung zu u. a. den Themen des Flächenmanagements und der Ansiedlungsstrategie, Ausbau des Skater- und Radwanderwegnetzes.
Weitere Probleme gilt es im Zusammenhang mit der Sperrung des Knappensees für ein paar Jahre zu meistern. Welche Konsequenzen bringt das für Vereine und Sportgemeinschaften mit sich. Welche Angebote können gemacht werden um Anrainer im Territorium zu halten?
Noch viele Fragen sind zu klären, aber wie Frau Kockert meint: “Wir packen die Lösung von unten nach oben an“.
Für uns ging ein aufschlussreicher Vormittag zu Ende mit der schönen Aussicht auf vielleicht mal eine gemeinsame Exkursion mit Frau Kockert zu den Stränden unserer Seen.
Mit sicher noch vielen zu lösenden Aufgaben haben wir doch ein lohnendes Ziel: Wie schön wird es sein, von Sachsen nach Brandenburg und zurück im gleichen Boot zu schipppern.
22.02.2011
Optimismus, aber auch Probleme!
Das Februar-Seminar der Seniorenakademie Hoyerswerda war wieder voller Anregungen: das lag an Frank Hirche, der als Landtagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, viel zu unseren Fragen, die uns als „Hoyerswerdsche“ täglich bewegen, zu sagen hatte. Seine Ausführungen – in verständlicher Form vorgetragen – zeigten die Schwierigkeiten angesichts der Sparziele und auch der bei uns wirkenden „Schrumpfung“ die anstehenden Probleme für alle befriedigend zu lösen. Man spürte in jeder Frage die „Gratwanderung“ und auch sein Anliegen, uns zu ermuntern, sich in viele Fragestellungen einfach mit „einzumischen“, Entscheidungen zu hinterfragen – einfach gesagt: zu kämpfen.
Auch wenn aus seiner Sicht mancher Kämpf Dinge für die Region und unsere Stadt voran zu bringen nicht immer gelingt oder viel zu lange dauert, gab es viel positives dennoch zu berichten. Dabei wurde uns auch klar, wie kompliziert manche Mechanismen des „Regierens“ sind, sei es die im Freistaat, in unserer Region oder in unserer Stadt.
Dennoch: Aufgeben gilt nicht. Denn Hoyerswerda hat als Oberzentrum unserer Region Potentiale. Also macht alle mit. Jeder an dem Platz an der Stelle, wo es Ihm möglich ist. Dann wird uns auch viel gelingen! Dazu hat uns Frank Hirche beinahe „verpflichtet“ – wenn unsHoyerswerda und unsere Region am Herzen liegt.
Für uns, wieder viel zum Nachdenken!
15.02.2011
SENAK machte Abstecher nach Chemnitz
Am 15.02.2011 war es wieder einmal soweit: Die Mitglieder der Seniorenakademie Hoyerswerda e. V. wollten eventuelle Wissenslücken zur Industriegeschichte Sachsens schließen.
Unser Ziel war das, im Jahre 2003 in den Gebäuden einer ehemaligen Gießerei neu eröffnete, Industriemuseum in Chemnitz. Dieses Haus spiegelt mit ca. 2000 Exponaten die sächsische Industrie- und Wirtschaftsgeschichte im Raum Deutschland und im europäischen Kontext wider. Originale aus 200 Jahren wurden uns auf interessante Weise präsentiert. Wir erfuhren sehr viel über unser Bundesland. Für Sachsen war das 19. Jahrhundert eines der spannungs- und erfolgreichsten in seiner Geschichte. Es war der zum modernsten und innovativsten entwickelte Wirtschaftsraum Deutschlands. Sachsen konnte aufgrund einer Verfügbarkeit relativ gut zugänglicher Naturressourcen wie Bodenschätze, Wasserenergie und Holz sich zu einer Region technisch versierter Handwerker und Gewerbetreibenden entwickeln. 1895 lag der Anteil der im Handwerk, Gewerbe und entstehender Industrie Beschäftigten bei 56 % gegenüber dem Reichsdurchschnitt von ca. 38 %. Sachsen wurde zum stärkstbesiedelten Flächenstaat. Das Land hatte weiterhin wichtige Voraussetzungen wie Kapital, innovationsfreundliches unternehmerisches Potenzial, ausgedehnte Handelsbeziehungen und aufgrund frühindustriellen Milieus und eines guten Bildungswesen eine vorhandene Aufgeschlossenheit gegenüber technischen und wirtschaftlichen Neuerungen. Besonders um die Großstädte Chemnitz, Leipzig und Dresden entstanden industrielle Ballungsgebiete unter dem Motto: „In Chemnitz wird gearbeitet, in Leipzig gehandelt und in Dresden geprasst…“; na, ganz so war es sicher nicht.
In 2 Gruppen wurden wir durch das Museum von mit ausgezeichnetem Wissen vermittelnden Mitarbeitern geführt und wir wurden anschaulich von der technischen Kreativität unserer Vorfahren überzeugt. So erlebten wir Einblicke in das Autoland Sachsen, den Maschinenbau in all seinen Fassetten, in den Dampflokomotivenbau, des Büromaschinenbaus, der Kameraindustrie, also in all das, was Sachsen so auszeichnete. Wie interessant ist es anzusehen, wie eine Dampfmaschine arbeitet, was für Fahrzeuge hergestellt wurden oder wie die Herstellung von Kleidung von der Faser an erfolgte.
Mit vollen positiven Eindrücken beladen begaben wir uns zu einer Stärkung in den „Platner Hof“, wo unseren Gaumen leckere sächsische Köstlichkeiten serviert wurden.
Danach brachte uns unser Busunternehmen Beck zu unserem letzten Höhepunkt des Tages, nämlich zum „ Schloß Klaffenbach“. Hier konnten wir individuell das Schloß besichtigen, die Umgegend erkunden oder auch eine Tasse Kaffee trinken.
Unter der Lichtregie der Sonne war es nun an der Zeit den Rückweg anzutreten. Unter der Fülle dieser positiven Eindrücke erfüllte es uns mit Stolz in so einem Bundesland zu leben. Ein schöner erlebnisreicher Tag ging so für uns zu Ende.
