17.05.2011

 

Ein Tag wie ein Geschenk – ein Ausflug nach Haidemühl

 

Wir, die Mitglieder der Seniorenakademie Hoyerswerda e. V., gaben wieder einmal den Ton an und bewegten uns in den schönen Ort Haidemühl. Bei etwas wolkigem Himmel, mal blinzelnder Sonne, verjagten wir mit ein paar Regenschirmen einen eventuellen Regen.

 

Herr Kiel, der Ortsvorsteher, gab mit einführenden Worten im Dorfgemeinschaftshaus Einblick in die Geschichte der Entstehung dieser neuen, knapp 700 Einwohner zählenden Dorfgemeinde, die postleitzahlmäßig über Spremberg läuft, jedoch sich selbst zur Finanzierung der Unterhaltung des Dorfgemeinschaftshauses Rücklagen bildete. Schon im Jahre 1973 wurde in Erwägung gezogen, das alte Haidemühl umzusiedeln. Mit einem Arbeitskreis gab es erste Verständigungen mit dem damaligen BKW Welzow, nach der Wende mit der LAUBAG und danach mit Vattenfall. Jetzt wurde die Sache ernst. Nach vielen Verhandlungen einigte man sich darauf, dass Eigentümer oder Mieter Abfindungen im Verhältnis 1 : 1 erhalten sollen und sich nach individueller Entscheidung ein neues Zuhause für ein in Frage kommendes Territorium im neuen Haidemühl sich aufbauen können bzw. die Möglichkeit zum Beziehen einer Mietwohnung in entsprechender Größe erhalten. Was in der heutigen Bürokratie fast wie ein Phänomen erscheint, es gab fast keine Einschränkungen über Bauweisen und Hausgestaltung.

 

Die Umsiedlung erfolgte dann in den Jahren 2004 – 2006. Etwa 75 % der Bevölkerung zog von dem (Alt)Haidemühl in das neue Haidemühl. Aufgrund der Angliederung an Spremberg konnten wegen Vermeidung von Doppelnamen nicht alle Straßennamen übernommen werden. Aber eine „Straße der Einheit“ gibt es auch im neuen Ort Haidemühl.

 

Danach begaben wir uns mit Frau Kiel, der Geschäftsführerin des Trägervereins des „Dorfgemeinschaftshauses Haidemühl“ e. V., zu einer Ortsführung. Zuerst steuerten wir den Aussichtsturm mit oberster Plattform in 18 m Höhe an. Der Turm steht auf einem kleinen Berg im hügeligen Ort. Hier hatten wir einen fantastischen Ausblick über die Dächer der Gemeinde und konnten uns von der Vielfalt der Bauarten überzeugen. Man sieht auch auf einen Straßen-Kreisel, in dem sich ein Springbrunnen befindet. Dieser Springbrunnen steht als Symbol für die Bergarbeiter und Glaswerker im alten Haidemühl. Die Säule soll einen Schornstein darstellen und die darüber befindlichen Glasplatten symbolisieren das ehemalige Glaswerk.

 

Unweit von diesem Turm befindet sich eine Friedenstaube. Sie erinnert an den Weltfriedenstag im Jahr 1956, war aus Beton und sollte dem Ort nach der Umsiedlung nicht in Vergessenheit geraten und einen würdigen Platz bekommen. Indessen „fliegt“ hier eine neue Taube aus Kupfer.

 

Jetzt schlenderten wir durch die Ortsstraßen in Richtung Teich. Da das alte Haidemühl einen Teich hatte, wollte man diesen im neuen auch nicht missen. So wurde ausgebaggert, aus dem Quellsystem des Ortes ein Kanalsystem geschaffen, um eine Einleitung in den Teich zu erreichen. Es ist ein Teich mit Fischen, also gut für alle Angler. Bei Überfluss wird der Stausee Spremberg damit bereichert.

 

Auch der Sport bleibt nicht auf der Strecke. Es gibt ein ganz modernes Stadion.

Was früher nicht der Fall war, man hat jetzt auch einen eigenen Friedhof.

 

Die Natur baute die Kulisse, viele fleißige Erbauer mit super Ideen und Menschenverstand ließen einen neuen und so auf höchstem Niveau beeindruckenden Ort entstehen. Und es gibt noch freies Bauland mit einem Quadratmeterpreis von 35,00 EUR. Das klingt doch gut, oder?

 

Unser Rundgang ging mit der Besichtigung der mit modernster Technik ausgerüsteten Kegelbahnen, bezahlt von Vattenfall, im Dorfgemeinschaftshaus zu Ende. Na, dann „Gut Holz“!